In der faszinierenden Welt der zeitgenössischen Kunst gibt es Namen, die leise, doch eindrucksvoll die Landschaft prägen – Sabrina Krökel ist einer davon. Geboren in Braunschweig, hat Sabrina einen künstlerischen Weg beschritten, der so vielschichtig und farbenfroh ist wie ihre Kunst selbst. Ihre akademische Reise führte sie von der Pädagogik zur Freien Kunst, wo sie an der HBK Braunschweig nicht nur ihr Diplom, sondern auch tiefe Einblicke in die Welt der Farben und Formen erlangte.
Sabrinas Kunst ist ein lebendiges Spiel mit Farben, das über das bloße Ansehen hinausgeht. Sie lädt uns ein, in ihre Bilder einzutauchen, sie zu fühlen und die Geschichten zu entdecken, die hinter jedem Pinselstrich versteckt sind. Ihre Arbeit, geprägt von einer „leisen Buntheit“ und einer nachhaltigen Wirkung, schafft es, tiefgründige Emotionen und Atmosphären zu erzeugen, die lange im Gedächtnis bleiben.
Mit einem umfassenden Spektrum an Ausstellungen und einem Portfolio, das eine weite Themenlandschaft abdeckt, repräsentiert Sabrina eine Künstlerin, die kontinuierlich nach neuen Ausdrucksformen für ihre kreativen Impulse strebt. Sie schöpft Inspiration aus der Natur, der Farbtheorie und alltäglichen Momenten, und meistert es, diese Einflüsse nahtlos in ihre Kunst einzuweben.
In unserem Interview wollen wir tiefer eintauchen und Sabrina persönlicher kennenlernen – nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Mensch. Wir sprechen über ihre Inspirationen, ihren kreativen Prozess und wie sie die Welt der digitalen Kunst für sich entdeckt hat.
Sabrina, könntest du uns einen Einblick in deinen künstlerischen Werdegang geben und erzählen, was der entscheidende Moment war, in dem du beschlossen hast, deinen Weg als Künstlerin zu gehen?
Ich habe bereits als Kind gerne gemalt, war in verschiedenen AGs, in einer Malschule und irgendwann begann ich meine Begeisterung für das Abzeichnen zu entdecken, was sich später durch die Liebe zur Farbe ablöste und mich immer mehr zur gegenstandslosen Malerei geführt hat.
Worte sind sehr definiert, während Farbe viel Spielraum für neue, eigene Interpretationen und Wahrnehmungen ermöglicht, das finde ich faszinierend. Es eröffnen sich neue Räume für Ausdrucksmöglichkeiten, es kann neue Antworten und Möglichkeiten geben.
Welche Künstler:innen oder Bewegungen haben dich am meisten beeinflusst und warum?
Künstler wie Caspar David Friedrich, Vermeer und Caravaggio haben mir mit ihrer „Lichtmalerei“ gezeigt, wie Farben Atmosphäre vermitteln können. Der abstrakte Expressionismus von Rothko übersetzt diese Atmosphäre hingegen in reine Farbe. Cézanne, Matisse und Monet bieten hingegen eine verspielte Farbwahrnehmung, die realistischer erscheint als die klassische naturgetreue Darstellung von Szenen.
Wie beginnt der Prozess eines neuen Werks bei dir? Folgst du einer festen Routine oder lässt du dich von spontanen Eingebungen leiten?
Es ist gewissermaßen wie ein Gespräch, das mit dem Auftragen von Farbe beginnen kann – sei es dick, dünn oder flächig. Alternativ kann es mit einer Landschaftsidee starten oder einer Form, die ich aus meinen Zeichnungen übernommen habe. Wenn ich beispielsweise an den Duft von Pfingstrosen denke und diese rosaroten Blüten sehe, beginne ich mit bestimmten Farben. Im Verlauf des Gesprächs können jedoch auch andere Ideen an Bedeutung gewinnen, sodass ich von meinem ursprünglichen Vorhaben abweiche.
Deine Kunst zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Farben aus. Wie würdest du deine Beziehung zu Farben beschreiben?
Ich liebe Farben, es beeinflusst uns sehr mit welchen Farben wir uns umgeben. Mit Farben neue Bildräume zu schaffen, Geschichten zu erzählen, die jeder für sich erfinden kann, ist beglückend und das ist es was ich weitergeben möchte, ein kleines Stück Farbglück.
Kannst du uns ein Werk beschreiben, das dir besonders am Herzen liegt, und erzählen, welche Geschichte dahintersteckt?
Jedes meiner Werke hat eine eigene Geschichte, die ich manchmal erst später verstehe. Im Rückblick, sehe ich dann klarer.
Gibt es ein zentrales Thema oder eine wiederkehrende Frage, die deine künstlerische Forschung antreibt? Eine bestimmte Botschaft, die du mit deiner Kunst vermitteln willst?
Immer mehr Vertrauen in den kreativen Prozess gewinnen und gleichzeitig Schönheit in die Welt bringen, die Freude und Behagen ausstrahlt.
Wie siehst du das Verhältnis zwischen Kunst und Gesellschaft, und welche Rolle kann deiner Meinung nach Kunst heute spielen?
Kunst kann viele Bereiche beeinflussen, neue Wege aufzeigen und inspirieren, auch hellhörig machen. Sie hat eine Sprachrohrfunktion ohne auf Worte angewiesen zu sein. Ich denke alles hat seine Berechtigung, auch wenn ich es nicht immer verstehe.
Inwieweit fließen persönliche Erfahrungen und Emotionen in deine Werke ein, und wie balancierst du das Persönliche mit dem Universellen?
Gewisse Intentionen, die immer persönlicher Natur sind und von meiner Geschichte geprägt sind, fließen unbewusst durch das Medium Farbe in meine Arbeiten. Ich nehme Impulse von außen und mische sie mit meiner Erfahrung, Malfreude, Technik und Farbwahl und ein Cocktail entsteht, der ein Spiegel von Subjektivem und Äußerem ist, manchmal gekühlt mit Eiswürfeln…
Welche Chancen und Herausforderungen siehst du für Künstler in der Nutzung von sozialen Medien wie Instagram?
Durch die Digitalisierung eröffnen sich für mich zusätzliche Chancen, Einblicke in die Werke anderer Kreativer, Ausstellungen und mehr zu erhalten. Einige Künstler vermarkten sich sogar über Instagram, ohne auf Galerien angewiesen zu sein. Diese positive Vernetzung kann inspirierend sein. Dennoch bin ich überzeugt, dass mein persönlicher Stil unverändert bleibt. Es ist ermutigend zu sehen, wie andere ihren Weg gehen, und im besten Fall kann man sich gegenseitig unterstützen.
Wie siehst du die Rolle von Kunst in der heutigen Gesellschaft, speziell in Zeiten globaler und sozialer Veränderungen?
Ich glaube, dass Kunst zu neuen Ansätzen und mutigen Lösungsfindungen inspirieren kann. In meinen Gemälden bin ich nicht kritisch oder politisch und versuche auch nicht, Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Mein Ziel ist es, mit Farben Freude und Glück in Räume zu bringen und auf diese Weise eine positive Kommunikation zwischen Menschen anzuregen.
Was sind deine Pläne und Träume für die kommenden Jahre, sowohl künstlerisch als auch persönlich?
Ich wünsche mir viele Bilder im Flow zu malen und diese an vielen Orten auszustellen und auch zu verkaufen, sodass es viel Krökels in unterschiedlichsten Bereichen zu sehen gibt.
Ich möchte gerne 85 Jahre alt werden, um noch genug Zeit zu haben meine Bilder auf dieser Welt zu verteilen.
Vielen Dank liebe Sabrina!
Juni I 2024
